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Wasser für die Wüste

Mit den Einnahmen aus dem Kartenverkauf und weiteren Erlösen aus dem Wettbewerb WeltGewänder 2005 - insgesamt 11.500 Euro - unterstützte die Welthungerhilfe ein Entwicklungsprojekt ihrer indischen Partnerorganisation SCRIA (Social Center for Rural Initiative & Advancement) im Wüstengebiet Nordindiens.

Im nördlichen Rajasthan leiden die Menschen unter extremen Umweltbedingungen: Erosion und Dürreperioden haben die Böden ausgelaugt. Die meisten Familien können nicht einmal genug für den Eigenbedarf produzieren.

Zu der ohnehin schwierigen Situation kommen noch gesellschaftliche Probleme. Das traditionelle Kastenwesen verschärft die Armut der niedrigen Kasten und der Kastenlosen noch. Eine streng patriarchalische Gesellschaft lässt die benachteiligten Frauen die Hauptlast der Probleme tragen.

Alte Traditionen leben auf

Dank SCRIA hat sich inzwischen einiges geändert: SCRIA hat Menschen in 32 Dörfern geholfen, die Böden umweltverträglich zu bewirtschaften. Das brachte Erfolge, besonders bei der lebensnotwendigen Wassergewinnung. SCRIA entwickelte eine preiswertere und effektivere Variante der traditionellen Wasserspeicherung (tanks). Dabei wird auf den alten Brauch, Regenwasser in großen Becken (sog. Johad, Talai) zu sammeln und zu speichern, zurück gegriffen. Inzwischen haben die Dörfer erheblich (teilweise bis zu 60 Prozent) mehr Trink- und Brauchwasser zur Verfügung. Weitere Erfolge: Der Grundwasserspiegel ist angestiegen, die Ernten sind sicherer geworden.

Sich gegen Unrecht wehren

SCRIA unterstützte die Anwohner auch darin, für ihre Rechte - zum Beispiel auf Mindestlohn - einzutreten. Dazu gründeten die Dorfbewohner Selbsthilfegruppen und Initiativen (sog. "Sangathans"). Im Jahr 2005 waren 1138 Familien Mitglied in einem Sangathan, das sind fast 20 Prozent der Bevölkerung! " Das ist wohl der größte Erfolg in diesem Projekt." sagt Senoo Rawat, die Programmkoordinatorin von SCRIA. "Denn solange sich eine Gesellschaft nicht gegen gesellschaftliches Unrecht wehrt, tragen Hilfsmaßnahmen, jedenfalls langfristig gesehen, wenig zur nachhaltigen Veränderung bei."

Gerade die Frauen haben begonnen, sich in Sangathans zu organisieren. Seitens des Projektes erhalten sie dort Fortbildungen, die auch diverse betriebswirtschaftliche und technische Schulungen einschließen. Das zeigt erste Erfolge: Mit der Fertigung von kleinen kunsthandwerklichen Artikeln wie bedruckte Stoffe oder gewebte Teppiche konnten sie ihr monatliches Einkommen verbessern - der erste Schritt zu einem besseren Leben.