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Mehr Chancen für Kleinbauern in den Anden

In Peru locken unzählige Sechstausender Trekkingfreunde und Gipfelstürmer; Vulkane, Gletscherseen und malerische Täler begeistern Naturfreunde.

Doch die Menschen, die hier zuhause sind, kennen die Schattenseiten der atemberaubenden Landschaft. Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs lebt nach wie vor über die Hälfte der rund 29 Millionen Peruaner in Armut, insbesondere in den entlegenen ländlichen Gebieten des Andenhochlands.

Leben am Existenzminimum

In den hochandinen Regionen Ayacucho, Cajamarca, Cusco und Huanuco ist der Ackerboden knapp und die Parzellen sind zu klein, um die Familien zu ernähren, daher weichen sie immer mehr in Steillagen aus. Akuter Wassermangel in der Trockenzeit, Starkregen und frühe Fröste erschweren die Anbaubedingungen zusätzlich. Die Menschen leiden unter Mangelkrankheiten durch die einseitige Ernährung. Die Wege zum nächsten Krankenhaus,zur Schule oder zum Markt sind weit und beschwerlich, Straßen gibt es nur wenige.

Um die Lebensbedingungen der hier lebenden Kleinbauern dauerhaft zu verbessern, arbeitet die Welthungerhilfe mit lokalen Partnerorganisationen an vier Projektstandorten zusammen. Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt anteilig von der EU-Kommission.

Bio-Dünger und Hecken gegen Erosion

Dank der Welthungerhilfe und ihrer Partner haben die Bauern Terrassen und Windschutzhecken angelegen, verbessertes Saatgut eingesetzt und eine wechselnde Fruchtfolge eingeführt. So werden die Böden geschont und die Erosion wird eingedämmt. Der Einsatz von Kompost zur biologischen Düngung, ökologischer Schädlingsbekämpfung sowie einfachen Bewässerungstechniken erhöht die landwirtschaftliche Produktion. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch Kampagnen zu Umweltthemen in den Gemeinden, um das Bewusstsein für die Bedeutung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements zu schaffen und zu stärken.

Öko-Produkte sind weltweit gefragt

Da die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten steigt, besteht für die Kleinbauern die Möglichkeit, ihre Überschüsse zu vermarkten. In Aus- und Fortbildungsveranstaltungen erfahren sie alles Wissenswerte über Erntemethoden, Lagerung und Verarbeitung, ökologische Zertifizierung und darüber, wie und wo sie Informationen zur Preisentwicklung erhalten. Damit die Familien sich zukünftig gesünder ernähren, finden Informationsveranstaltungen zum Wert und Nutzen heimischer, nährstoffreicher Nahrungsmittel wie Quinoa, Ocra, oder Kartoffeln statt, damit diese wieder stärker konsumiert werden.

Nicht nur die 1600 Familien, die sich direkt an diesem Projekt beteiligen, blicken hoffnungsfroh in die Zukunft. Wenn ihr erfolgreiches Beispiel Schule macht, werden auch die umliegenden Gemeinden von ihren Erfahrungen profitieren.