

Horizonte öffnen und Kulturen kennen lernen: Am 16. Juni brach die Berliner Designerin Romy Klein nach Mali in die Hauptstadt Bamako auf. Sie wird dort vier Wochen lang in dem Weiterbildungsprojekt „Mode Sup“ der malischen Designerin und Kollegin Mimi Konaté unterrichten. Der Kontakt zwischen den deutschen und afrikanischen Modeschaffenden entstand im Rahmen des internationalen Modewettbewerbs „WeltGewänder“ Anfang des Jahres in Berlin. Als erste Dozentin reiste Susanne Kreuz, Leiterin des Fachbereichs Mode der Berliner Best-Sabel Berufsfachschule für Design, nach Bamako.„Das ist ein ganz neuer Weg, den wir beschreiten“, sagt Ingeborg Schäuble, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Welthungerhilfe. „Mode als eine Form des kulturellen Dialogs, der zum besseren Verständnis zwischen den Kulturen beitragen kann.“
Die Berliner Designerin Romy Klein ist selbst eine ehemalige Gewinnerin des Modewettbewerbs. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit. Das wird ein Geben und Nehmen, ein Austausch von Wissen und handwerklichen Techniken, und ich hoffe, dass ich viel Inspiration mit nach Hause nehmen kann“, unterstreicht die Absolventin der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft. Klein gibt den malischen Nachwuchs-Schneidern einen Überblick über klassische europäische Schnittführung und zeigt, wie man eine professionelle Modenschau organisiert. Am Ende des sechswöchigen Lehrgangs sollen die jungen Schneider jeweils eine eigene Kollektion realisiert haben. Die Outfits werden am 13. Juli in Bamako auf einer großen Modenschau unter der Schirmherrschaft des Kulturministers von Mali öffentlich präsen-tiert.
Die malische Designerin Mimi Konaté ist eine der wenigen afrikanischen Modeschaffenden mit eigenem Label und Kunden in Europa. Mit „Mode Sup“ will sie die Qualifikation von jungen Modeschneidern in Mali verbes-sern. „Der Beruf Modedesigner wird in Mali meist noch sehr handwerklich verstanden. Doch das Niveau muss sich ändern, dann kann er auch einen Beitrag zum Entwicklungsprozess Malis leisten“, sagt die 32-jährige De-signerin, die im März 2007 auf Einladung der Welthungerhilfe ihre Kollek-tion mit großem Erfolg in Berlin präsentierte.
Und der Modedialog geht weiter: Anfang des Jahres 2008 werden die diesjährigen deutschen Gewinner der „WeltGewänder“ nach Peru reisen, um sich mit dort ansässigen Modeschaffenden auszutauschen.
Datum: noch bis Juli 2007
Ort: Bamako, Berlin

